Der Winter kann uns mal…

Hitzerekord in Sydney, so lief es am Sonntag über alle Nachrichtenkanäle der südlichen Hemisphäre: „Höchste Temperaturen seit Wetteraufzeichnung“, „Sonne meiden, möglichst an kühlen Orten aufhalten“.

Und was machen wir: Latschen am Sonntag fürs Sightseeing 11 Kilometer durch Sydney :)
Es fühlte sich an, als würde uns ständig ein heißer Fön ins Gesicht gehalten. Aber zu unserer Ehrenrettung muss ich sagen, erstens waren die Tage danach zwar heiß, aber wechselhaft, d.h. nur der Sonntag bot super Fotomotive, wir gossen uns viel viel Wasser in den Hals und übers Haupt und wir waren gemächlich unterwegs.

Wir hatten eine kleine nette Unterkunft, von der wir die Abenteuer in der 5-Millionen-Stadt Sydney starteten. Das waren neben dem Höllenmarsch am Sonntag durch Sydney auch der Taronga Zoo mit herrlichem Ausblick auf die Skyline und Manly Beach, der nach Bondi wohl der bekannteste der Strände.

Die Familie durfte auch nicht zu kurz kommen und ich hatte das Vergnügen, Kathrin sehr quirlige australische Verwandtschaft kennenzulernen. Jonathan fühlte sich pudelwohl bei soviel Aufmerksamkeit und strahlte mit Kathrins Oma, Tante und Onkel und den drei Cousins um die Wette.

So vergingen die letzten Tage wie im Flug. Den eigentlichen traten wir dann am Samstag Nachmittag an, mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Auf der einen Seite freuen wir uns wieder auf zuhause, ein bisschen was Festes und Beständiges, und ein Platz zum Ausruhen nach all den ständig wechselnden Eindrücken und Orten, andererseits haben wir den Sommer in Australien und die gesamte Atmosphäre mit der Freundlichkeit der Menschen und den wahnsinnig tollen Eindrücken der Flora und Fauna sehr lieb gewonnen und wollten es noch ein wenig behalten.

Aber der Alltag ruft, und nach 30 sehr anstrengenden Stunden mit einigen heftigen Turbulenzen, kaum Schlaf, einem sehr aufgedrehten weil übermüdetem Kind und einem um 1 1/2 Stunden verzögerten Flug erreichten wir endlich München, nasskalt, trüb und gar nicht mehr so nach Urlaub riechend und schmeckend ;)

Zurück auf dem Festland

Bathurst – nächster Halt kurz vor Silvester und zurück auf dem Festland. Puh, man kommt gar nicht mehr mit mit den ganzen Ortswechseln.

Wir also mit dem Flieger von Hobart nach Sydney, eine ganz schön wackelige Angelegenheit, und jeder der mich kennt, weiß, ich musste ein wenig fester die Armlehnen umfassen. Kaum angekommen, wurden wir von Kathrins Papa abgeholt, um in weiteren 3 1/2 Stunden in eben diese nette und historisch bedeutende Stadt am Rande der Blue Mountains zu gelangen, dort wo Kathrins Papa wohnt.

Unser Hotel total cool direkt an der Rennstrecke in Bathurst gelegen, dort wo mehrere für Motorsportfans bekannte Tourenwagenrennen stattfinden. Hat schon was, die Strecke auch selbst abfahren zu können.

Silvester verbrachten wir bei der lokalen Party im Park, extra für Familien, Fressbuden, Bands, Luftballons, Leuchtstäbe und Feuerwerk um 21 Uhr. Leider hatten wir uns aufgrund Unwissenheit ein wenig ungünstig hinter einem Baum positioniert, daher hörten wir mehr als wir sahen. Weihnachten in solch warmen Temperaturen hat für mich irgendwie nicht funktioniert, aber Silvester in T-Shirt im Park mit Eis und Pommes kann ich mir öfter vorstellen.

Das Wetter ließ uns über die ganze Zeit nicht im Stich. Der Sonnencremeverbrauch war enorm und vor allem ich musste unter der Hitze ordentlich ächzen. Ein wenig Abhilfe konnten zumindest unsere Ausflüge auf die schönen Grünflächen am Fluss in Bathurst und an den lokalen Badesee schaffen (weniger zum Baden, sondern zum Konsumieren eiskalter Getränke im Café).

Wie schon erwähnt liegt Bathurst am Rande der Blue Mountains. Die sind atemberaubend, die weiten Canyons, die Wälder, die Aussichtspunkte, die einen kilometerweit schauen lassen. Allerdings auch verdammt touristisch, gefühlt wird ganz Sydney da hin gekarrt. Daher war es eher ein Kampf um die besten Aussichten als ein entspannter Ausflug in unberührte Natur.

Den hatten wir jedoch beim Besuch der Abercrombie Caves. Mit ein paar wenigen Lichtern ausgeleuchtet, betritt man eine ganz eigene Welt voller eindrucksvoller, teils grotesker und massiver Gesteinsformationen, zwängt sich durch beängstigende schmale Gänge in sich weit öffnende Hallen (und das mit Jonathan an die Brust gegurtet), und hört spannende Geschichten über die Banditen, die hier Unterschlupf suchten.

Neben einigen entspannten Tagen, in denen Opa und Enkel viel Zeit miteinander verbringen konnten, besuchten wir noch den größten Privatgarten der südlichen Hemisphäre, den sich ein Multimillionär auf viel Grund für noch mehr Geld hat anlegen lassen. Beim Anblick des Anwesens, der riesigen Grünflächen und der Wasserwege zwischen all den perfekt angelegten Gärten kam ein bisschen das Gefühl auf, Teil der Parties von „The Great Gatsby“ zu sein. Allerdings verdarben uns die unzähligen Fliegen ein wenig die Laune, die uns die gesamte Dauer des Besuchs nicht in Ruhe ließen.

Tags darauf ging es dann die 3 Stunden zurück nach Sydney, unsere letzte Woche hier in Australien, meine letzte komplette Urlaubswoche und nochmal ein Highlight zum Ende dieses wunderbaren und für uns alle unvergesslichen Trips. Ein wenig auf zuhause freuen wir uns aber mittlerweile auch :-)

Weihnachten? War da was?

Nach unserem Aufenthalt in Orford war unser nächster und letzter Stopp auf Tasmanien in Hobart.
Dort hatten wir ein Hotel-Apartment gemietet, um von dort aus Hobart, die Umgebung und Teile des Südens Tasmaniens kennenzulernen, wofür wir uns auch zwei Wochen Zeit eingeplant hatten.

Alleine Hobart hat so viel zu bieten, obwohl die Innenstadt selbst relativ unspannend ist, mal von den Einkaufs- und Essensmöglichkeiten abgesehen :-)
Der Hafen, die historischen Gebäude, die Brauereien und Distillerien, der wöchentliche Salamanca Market und Farmers Market, das von der europäischen Besiedlung geprägte Stadtviertel Battery Point, die vielen Parks…
Und in Richmond gibt es das ganze als Miniaturversion aus dem 18. Jahrhundert, toll nachgestellt und historisch sehr interessant.

Hobart ist auch deshalb so toll, weil es sehr vorteilhaft gelegen ist, auf der Ostseite die Buchten und Strände, auf der Westseite die Berge mit dem Mount Wellington als dem „Wächter“ Hobarts.
Dort fuhren wir auch direkt am zweiten Tag hinauf, sehr komfortabel das ganze. Man hat eine grandiose Aussicht über ganz Hobart, teilt sich diese aber natürlich auch mit den vielen asiatischen Reisegruppen.

Wir hatten uns so an Höhe gewöhnt, dass wir auch noch einen Ausflug zu einem Forest Airwalk machten. Dort läuft man in luftiger Höhe über Stege in den Bäumen und kann aus der Vogelperspektive den Wald unter sich betrachten.

Ein weiteres Highlight für mich (Jonathan war krank, daher konnten Kathrin und er nicht mitkommen) war eine geführte Tour zur Tasman-Halbinsel im Südosten.
Die Tour war zweigeteilt. Der erste Teil der Tour war eine Bootstour um die Klippen der Halbinsel, mit diversen Höhepunkten: Höhlen, in die wir mit dem Boot hineinfuhren, die spektakulären Klippen und Gesteinsformationen, Delfine, Albatrosse, Seelöwen und eine superlockere Crew.
Der zweite Teil war der Besuch von Port Arthur, das bekannteste Gefängnis aus der Kolonialzeit Australiens, als Tasmanien als Sträflingskolonie für britische Sträflinge diente. Sehr beeindruckend, nur leider viel zu wenig Zeit. Als Entschädigung gab es schwitzende Muskelberge mit viel Körperbehaarung, die ihre akkurat geschliffenen Äxte mit viel Gebrüll immer wieder in dicke Baumstämme schlugen. Ach, diese DSF-Nachmittage mit Lumberjack damals :-)

Weihnachten verbrachten wir völlig unspektakulär bei Nudeln mit Soße im Hotel. Aber für Jonathan (und uns) war der Besuch der Kindermesse in einer sehr schönen Kathedrale toll, weil wir alle zum Mitsingen, Mitklatschen und Mitlaufen animiert wurden und mal einen völlig anderen Gottesdienst erleben durften.

Die letzten Tage in Hobart waren dann geprägt von der (scheinbar) sehr berühmten Sydney-Hobart-Regatta, einer der wohl schwersten Hochseeregatten. Wir ließen uns ein wenig vom Fieber anstecken, verfolgten den Rennverlauf (es wurde ein neuer Rekord aufgestellt, der vermeintliche Gewinner bekam aber eine Zeitstrafe und wurde somit nur zweiter), besuchten das „Sportlerdorf“ am Hafen mit den vielen Fressbuden und direktem Zugang zu den großen Yachten, und besuchten das gleichzeitig stattfindende Festival „Taste of Tasmania“, wo wir zum Ende der Zeit auf Tasmanien nochmal typisch lokales Essen kosteten, nämlich Burger, Rösti und Flammkuchen. ;-)

Nach dieser wirklich tollen Zeit in Hobart und dem Rest von Tasmanien ging es dann mit dem Flieger zurück aufs Festland nach Sydney, nach Bathurst ca. 3 Stunden entfernt von Sydney.

Die (Halb)Inseln der Insel

Nach 10 entspannenden Tagen im Nordosten Tasmaniens legten wir unseren nächsten Stop in Orford ein, einem verschlafenen Nest an der Ostküste.
Aus zwei Gründen:
1. der Unterkunft, einer zu einem Apartment umgebauten Kapelle
2. dem Zugang zu den Nationalparks auf der Freycinet Halbinsel und Maria Island.

Allerdings bestand unser erster Tag vor Ort daraus, den nächstgrößeren Supermarkt aufzusuchen, 50 km entfernt. Und damit wir zusätzlich zum unspektakulären Einkaufserlebnis doch noch etwas anderes zu Gesicht bekommen, entschlossen wir uns für einen Besuch in einem weiteren Wildlife Sanctuary.
Dies gefiel uns auch bedeutend besser, wir konnten erneut Wombats und tasmanische Teufel anschauen und Kängurus füttern, dieses Mal konnte ich aber auch einen Koala streicheln… Die sind kratziger als gedacht :-)

Die nächste große Unternehmung war der Besuch der Freycinet Halbinsel, auf der man wunderbar mehrere Tage wandern kann. Das Highlight ist sicher die Wineglass Bay, einer der wohl schönsten Buchten Australiens. Sicher auch deshalb so oft ausgezeichnet, weil nicht jeder Wald- und Wiesentourist dort aufschlägt, dafür muss man erstmal drei Stunden wandern.
Auch wir entschieden uns aufgrund Kind im Gepäck nur für die Wanderung zum Aussichtspunkt. Zwar teilten wir uns diesen mit unzähligen Touristen und einem Wallaby, aber der Ausblick war atemberaubend.

Ein weiteres Highlight bestand im Besuch von Maria Island, einer geschützten Insel der Ostküste Tasmaniens vorgelagert.
Dort fahren keinerlei Autos, es gibt nur eine kleine Ansammlung von Häusern, um die wenigen Backpacker zu beherbergen, die dort die Nacht verbringen.
Dementsprechend ist die Insel ein großer unberührter Naturpark, auf der man ebenfalls grandios wandern kann und die heimische Flora und Fauna aus nächster Nähe erleben kann.
Wir entschlossen uns für eine Wanderung zu den „Painted Cliffs“, von den Gezeiten geformte und gefärbte Sandsteinklippen, die man nur bei Ebbe erreichen kann. Auf dem Weg dorthin hat man die ganze Zeit das Meer vor sich, und kann wilden Wombats und Kängurus beim Grasen zusehen.

Ansonsten genossen wir unsere Unterkunft sehr, dank Netflix und fantastischem Wein. Unser Gastgeber hatte uns eine Flasche eines lokalen Weinguts als Willkommensgeschenk da gelassen, und wir waren so begeistert, dass wir vor unserer Abfahrt drei weitere Flaschen kaufen mussten. Man kann uns also nicht vorwerfen, wir würden es uns nicht gut gehen lassen. :)

Nach der Woche in Orford brachen wir dann am 15.12. auf, um unsere Zelte in Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens aufzuschlagen. Wir freuen uns auch wieder auf ein wenig „Großstadt“-Feeling. Hier werden wir auch die Weihnachtsfeiertage verbringen. Dies ist unsere letzte Unterkunft auf Tasmanien, bevor es dann am 29.12. wieder zurück aufs Festland geht, genauer gesagt nach Bathurst ca. 2 Stunden entfernt von Sydney in den Blue Mountains, wo Kathrins Papa lebt.


Die „Bay of Fires“ – das Prunkstück Tasmaniens

Unseren nächsten Stop hatten wir in Binalong Bay geplant, unser längster Aufenthalt, um die Strände der Bay of Fires genießen zu können, einer Reihe von zusammengehörigen Buchten an der Ostküste Tasmaniens.
Und wie wir sie genießen konnten! Es gab zwar ein paar Regentage, aber die konnten wir wunderbar in unserer traumhaften Unterkunft mit einmaligen Blick auf den Sandstrand des Ortes verträumen, Jonathan die Möglichkeit geben, im großen Wohnzimmer sein Krabbeln zu üben, und die Vorzüge von Heizofen, Smart TV und Bluetooth Radio in Anspruch nehmen.
An den anderen Tagen erkunden wir die Küste, und unsere diversen Reiseführer hatten nicht zu viel versprochen.
Azurblaues Wasser, weiße, feine Sandstrände, versteckte Buchten, vielfältig eingefärbte Gesteinsformationen, Wasserfälle eingebettet in dichtem Regenwald, steile Klippen und die abwechslungsreiche tasmanische Tierwelt, von angsteinflößend (Tigerotter) bis putzig (Echidna).
Auch einen Strandtag konnten wir einlegen, aber das Wasser war leider erbärmlich kalt, sodass wir uns nur bis zur Hüfte reintrauten und ansonsten eher den Blick schweifen ließen.
Die Begegnungen mit Tieren stand auch ein zweites Mal auf dem Programm, als wir einen Tierpark besuchten. Jonathan war ganz angetan von den Kängurus, die man füttern und streicheln konnte, die anderen für uns Erwachsene interessanten Tiere wie den Tasmanischen Teufel, Wombats, Wallabies, diverse Vögel und weitere Tigerottern waren eher uninteressant für ihn, aber mit Essen kann man ihn immer sehr gut bei Laune halten :-)
Auch ein wenig Weihnachtsstimmung kam auf, nachdem uns unsere Gastgeberin extra einen kleinen beleuchteten Weihnachtsbaum und eine Flasche Wein vorbeibrachte.
Nach viel zu kurzen 10 Tagen an einem der bisher schönsten Fleckchen Tasmaniens (und immer wieder eine Reise wert) ging es am 08.12. dann die Ostküste entlang nach Süden bis zu unserem nächsten Halt in Orford.


Ungebetene Gäste

Kaum mit der Fähre in Devonport im Norden von Tasmanien gelandet, konnten wir auch unseren Mietwagen in Empfang nehmen, der uns die kommenden Wochen sicher zu unseren Zwischenstopps bringen wird.

Da es noch früh am Morgen war, entschlossen wir uns, auf dem Weg nach Launceston ein ausgiebiges zweites Frühstück auf einer Himbeer-Farm zu genießen und dort bei einem kleinen Spaziergang die ersten Eindrücke von der Natur Tasmaniens einzufangen.

Weiter ging es nach Launceston, der zweitgrößten Stadt nach Hobart.
Dort hatten wir ein schönes altes Haus angemietet. Direkt am Park ums Eck verkauften Foodtrucks jeden Abend Burger, Burritos und vieles mehr, da ließen wir uns natürlich auch nicht lange bitten.
In den kommenden Tagen genossen wir auch hier die Vorzüge einer größeren Stadt, besuchten aber auch die unglaublich schöne Natur am Cataract Gorge und fuhren die Westseite des Tamar Valleys entlang, DIE Weinregion auf Tasmanien.
Ein Highlight war der Besuch der Seahorse World, in der wir hautnah hunderte Seepferdchen bewundern und anfassen konnten und viele Informationen zu ihrer Zucht bekamen.

Leider brachen wir am kommenden Morgen die Zelte in Launceston ab, da sich jemand ungewollten Zutritt zu unserer Unterkunft verschafft hatte.
Es fehlte zwar nichts, aber wir fühlten uns nicht mehr wohl und entschlossen uns, für die verbleibenden Nächte spontan eine andere Unterkunft weiter westlich zu buchen, ein kleines süßes Apartment auf einer Farm im Nirgendwo.

Die Gastgeber waren wunderbar, ihre beiden Kids zeigten uns die Farm mit all den Hühnern, Hunden, Bienen und Pfauen.
Hier genossen wir die Ruhe, legten einen kurzen Stopp auf einem Weingut ein, wo wir auch sehr guten Wein verkosten und kaufen konnten und besonders ich freute mich über die Wallabies, die in der Dämmerung auf einer nicht weit entfernten Lichtung fraßen und spielten und die ich mit meiner Kamera einfangen konnte.

In der letzten Nacht wollten wir uns dann nach einer erfolgreichen Mückenjagd, die uns die Nacht vorher schon ordentlich zerstochen hatten, gerade hinlegen, als ein großer schwarzer Schatten an der Wand leider unsere „Furcht“ vor einer hautnahen Begegnung mit einem der großen Spinnenarten Australiens wahr werden ließ.
Da saß nämlich eine ziemlich große Huntsman im Türrahmen, mit solch einer Spinne ist in Deutschland nichts vergleichbar. Sie ist zwar nicht giftig, aber verdammt schnell und der Biss soll aber auch ordentlich weh tun und handtellergroße Spinnen nachts im Zimmer zu wissen, war doch genug, um and andere Ende des Zimmers zu flüchten und unsere Gastgeber panisch aus dem Schlaf zu reißen.
Die mussten ein bisschen schmunzeln, begaben sich aber mit Kehrbesen auf Spinnenjagd und machten ihr den Garaus, als sie kurz davor war, unter unseren Koffern zu verschwinden.
Die Nacht war daher sehr unruhig und an Schlaf dann nicht mehr so wirklich zu denken.

Am nächsten Morgen ging es etwas müde dann wieder ans Packen, um nach einem erneuten kurzen Abstecher in Launceston für Einkäufe die Reise an die Ostküste anzutreten, zu den wohl schönsten Stränden Australiens.


Die Hitze in Melbourne

Am 14.11. um 21.30 Uhr landeten wir endlich in Melbourne.
Nachdem wir dann auch in der AirBnb-Unterkunft angekommen waren und wir drei gemeinsam in einem großen Bett unseren Schlaf nachholten, waren wir für die Woche Melbourne gerüstet, die auf uns wartete.
Und wie sie wartete, mit Temperaturen über 30 Grad und kaum Wind, und vereinzelten Wolkenbrüchen, die die Luftfeuchtigkeit ordentlich in die Höhe trieb.
Ich breche ja gerne schnell in Schweiß aus, daher blieben meine Klamotten nicht lange trocken. Aber das hatten wir uns ja erhofft, dem nasskalten Wetter in Deutschland zu entfliehen und die Wärme Australiens zu genießen.

Wir machten uns also auf, eine gesunde Mischung zwischen Entspannung, Sightseeing und ausreichend Spaß und Beschäftigung für Jonathan zu finden.
Wir erkundeten also
1. unser Wohnviertel (South Melbourne), den South Melbourne Market, den Albert Park und den South Melbourne Beach
2. die Docklands mit der unglaublich coolen 3D-Art-Ausstellung ArtVo (http://artvo.com.au)
3. die Innenstadt und den Queen Victoria Market, einen der größten Freiluftmärkte der südlichen Hemisphäre,
4. St. Kilda mit seiner tollen Promenade und den schönen Stränden
5. die botanischen Gärten.

Natürlich kam das Shopping nicht zu kurz, und ich erstand gleich einen neuen Akku und ein neues Objektiv für meine Kamera, im Gegensatz zu Deutschland sehr günstig.

Melbourne ist unglaublich grün, bei dem sonnigen Wetter natürlich traumhaft. Und Melbourne hat so vieles unterschiedliches zu bieten. Wir konnten direkt am Yarra River sitzen, auf die Skyline blicken und Jonathan im Gras spielen lassen.
Oder wir liefen die Strandpromenade kilometerweit entlang, suchten uns ein Café und genossen die Aussicht.

Genau eine Woche später ging es dann am frühen Abend auf die Fähre nach Tasmanien. Nachdem wir so unglaublich viel Gepäck hatten, mussten wir extra ein Taxi vorbestellen, was uns dann auch pünktlich abholte und zur Fähre brachte.
Die vielen Koffer durch den Sicherheitscheck zu bringen und aufzugeben (man darf wie im Flieger nur mit 2 Handgepäcksstücken auf die Fähre), war nochmal eine Herausforderung, aber dann konnten wir in unsere Kabine und uns für die Nacht einrichten.
Nach dem gemeinsamem Abendessen im Schiffsrestaurant fielen wir auch schnell in die Betten, wobei ich noch einen Ausflug aufs Deck machte, um die abendliche Stimmung einzufangen.
Dann ging es aber auch für mich in die Koje, denn das Schiff legte am kommenden Morgen um 6 Uhr in Devonport auf Tasmanien an.


Herausforderung „Fliegen mit Kind“

Am 13.11. um 9.30 Uhr ging es endlich los, die große Reise zu dritt nach Australien, Melbourne erleben, Tasmanien bereisen und Kathrins Familie in Sydney besuchen.

Wir hatten ein wenig Bedenken, wie Jonathan den langen Flug überstehen würde und wie wir als Eltern seinen Alltag an den 1 1/2 Tagen so normal wie möglich gestalten könnten.
Doch entgegen der Überschrift war Jonathan nicht die Herausforderung. Er war super drauf, schlief viel und hat alles fast ohne Meckern mitgemacht.
Die Probleme beziehen sich eher auf die Unterstützung der Flughäfen in München und Dubai und auch auf Emirates und Qantas, um es uns einfacher zu machen.

Im Vorfeld hatten wir durch viele nervenaufreibende und auch laute Telefonate die Freigepäcksgrenzen von Emirates als die gültigen ermittelt, obwohl wir bei Qantas gebucht hatten und die langen Strecken von Qantas beflogen werden. Dort hätten wir nämlich für Jonathan auch das Babybett und den Maxi Cosi mitnehmen können, auf die wir verzichteten. Gott sei Dank auch deswegen, weil wir kurz vorm Abflug erfuhren, dass wir den deutschen Maxi Cosi gar nicht in Australien nutzen dürfen, da die europäische Norm für Babysitze nicht anerkannt wird. Aber Emirates bestätigte uns zumindest, dass sie bei Familien sehr kulant sind, was Freigepäcksgrenzen betrifft.

Tja Pustekuchen, in München wurde unser Gepäck penibel gewogen, und auch beim Sicherheitscheck und der Passkontrolle mussten wir Treppen steigen und lange Hallways entlang laufen, während Reisenden ohne Kinder diese Wege erspart blieben. Ist nicht so schön, wenn man 9 Kilo unzufriedenes Lebendgewicht mit sich herumträgt.

Im A380 von Emirates von München nach Dubai war aber alles super, man bemühte sich sehr, es gab kleine Geschenke für Jonathan, ein Babypflegeset und Gläschen, und wir konnten unsere mitgebrachten Thermoskannen mit heißem Wasser für seine Fläschchen füllen. Der Flug selbst verging sehr schnell, Jonathan schlief ein bisschen in seinem Babybett und spielte am Boden.

In Dubai am Flughafen hatten wir dann nur ne kurze Zeit zum Umsteigen. Allerdings fanden wir uns schnell zurecht und mussten nicht allzu weit zum nächsten Gate laufen.
Beim Checkin am Gate allerdings die nächste Hürde. Wir sollten das im Transitbereich gekaufte Wasser und auch das in der Thermoskanne ausleeren, was wohl eine Anforderung aus Australien war. Nach langen Verhandlungen und Erklärungen, wofür wir das Wasser benötigen, ließ man es uns aber.

Der Flug von Dubai nach Melbourne mit Qantas war auf 13 1/2 Stunden angesetzt. Jonathan hatte auch hier sein Bettchen und schlief den zweiten Teil des Fluges sogar relativ gut. Wir allerdings nicht, da es durch die Klimaanlage unglaublich kalt war und wir jetzt noch mit der Erkältung kämpfen, die wir uns dort eingefangen hatten bzw. die sich bei mir wieder verschlimmerte.
Die Flugbegleiterinnen waren sehr nett, allerdings mussten wir vieles nachfragen wie z.B. die Erklärung, wie das Babybett funktioniert.
Was wir noch als sehr komisch empfanden, war, dass während des gesamten Fluges die Sonnenblenden an den Fenstern heruntergeklappt bleiben sollten, bis auf Start und Landung. Obwohl wir mindestens 7 Stunden bei strahlendem Sonnenschein über den indischen Ozean flogen. Es fühlte sich ein bisschen wie in einem Sarg an.

Nach unserer Ankunft in Melbourne ging alles andere aber reibungslos. Wir fanden schnell ein Taxi, was uns zu unserem AirBnb brachte, wir wurden in Empfang genommen und konnten nach einer lauwarmen Dusche (immerhin hatte es Dienstag abends um 22.30 Uhr noch 25 Grad) endlich ins Bett, und auch Jonathan schlief trotz total verschobenen Rhythmus relativ schnell ein.


Die Elternzeit ausnutzen…

Für meine Elternzeit geht es (endlich) nach Australien. :)
Das hatten wir ja bereits 2015 geplant und mussten es leider wieder absagen, jetzt aber klappt es endlich.
Schön, die zweimonatige Elternzeit so nutzen zu können, Jonathan einzupacken, Kathrins Familie in Sydney zu besuchen und vorher Melbourne und insbesondere Tasmanien zu bereisen.
Wir freuen uns!

Ein würdiger Abschluss

Unseren letzten Tag verbrachten wir auf der Fahrt nach Falkirk, einer Stadt ca. 40 Minuten außerhalb von Edinburgh. Da wir am nächsten Morgen den Mietwagen früh zurückbringen mussten und wir nicht ewig fahren wollten, war dies ein sinnvoller letzter Stop in Richtung Flughafen.
Auf dem Weg dorthin besuchten wir das Stirling Castle, eines der historisch wichtigsten Burgen Schottlands, und dementsprechend auch touristisch sehr überlaufen. Nach einer längeren Parkplatzsuche hatten wir es dann geschafft und konnten uns die Burg ansehen, wobei uns das Edinburgh Castle besser gefallen hat.
Unsere Fahrt führte uns dann zu den Kelpies, zwei riesigen Pferdeköpfen aus Stahl in Falkirk, die zu Ehren des Pferdeantriebs gebaut wurden, der in Schottland durch die Landwirtschaft früher sehr wichtig war. Nachdem wir in einen ordentlichen Regenschauer gekommen waren, waren wir froh, als wir dann endlich an unserer Unterkunft ankamen. Dort begrüßten uns Pat und Bill sehr herzlich, zeigten uns unser Zimmer (mit Himmelbett, das wollten wir schon immer mal machen :)) und es gab Tee zum Aufwärmen. Aus dem netten Beisammensein, bei dem wir eigentlich nur fragen wollten, welche Restaurants in der Nähe zu empfehlen sind, wurde ein wunderschöner Abend und würdiger Abschluss für die Reise nach Schottland. Die beiden kochten für uns, erzählten uns viele Anekdoten aus ihrer Kindheit und der ihrer Kinder, zeigten uns ihren Weinkeller und wir genossen das Zusammensitzen bei Bier und eigenem Whiskey bis spät in die Nacht.
Es war ein unglaublich schöner Urlaub, mit vielen tollen Eindrücken, faszinierenden Landschaften, historisch spannenden Plätzen und Burgen, und ganz vielen tollen Menschen, die wir ins Herz geschlossen haben und die uns unsere Reise so einfach gemacht haben.