Streifzug durch Wellington und Umgebung

Hallo, hallo!

Hier mal wieder ein Lebenszeichen von mir! Endlich funktioniert das Internet in unserem Appartment, ihr könntet also Glück haben, wieder öfter von mir zu hören :-)

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich an das Leben in Wellington zu gewöhnen, vor allem an das Leben ganz alleine und weit weg von allen vertrauten Personen.

In der ersten Woche in der Sprachschule war dauernd Action angesagt: neue Leute, neues Appartment, neue Eindrücke, neue Sprache, Hausaufgaben…so dass mir gar nicht aufgefallen ist, dass ich ganz alleine hier bin – ich war recht gut beschäftigt. Als dann am Freitag Mittag die Schule aus war, habe ich mich richtig auf ein langes Wochenende (am Montag war hier Feiertag) gefreut – endlich Zeit, die neuen Eindrücke zu verarbeiten! Drei Tage frei, bestes Wetter…was will man mehr! Ich habe also den ganzen Nachmittag in einem Cafe am Wasser verbracht und darüber nachgedacht, was ich am Wochende so anstellen kann. Als es dann aber darum ging, die ganzen Pläne in die Tat umzusetzen, war ich plötzlich tottraurig! Ich habe mich noch nie in meinem Leben sooooo alleine gefühlt, wie in diesem Moment – ein schreckliches Gefühl! Viele der Sprachschüler waren auf einem organisierten Ausflug auf der Südinsel und so richtig motiviert, verbindliche Freizeitkontakte zu knüpfen war ich bisher auch noch nicht, da die meisten Sprachschüler deutsch sind und das Durchschnittsalter ist gefühlt 20… Da stand ich also, drei Tage frei und ganz alleine!

Es hat mich ganz schön viel Überwindung gekostet, mich alleine ins Auto zu setzen und die Gegend zu erkunden, aber es bleibt einem ja nichts anderes übrig. So bin ich  Samstag erstmal Frühstücken gegangen, bin ein bisschen durch die Stadt geschlendert und habe mich dann auf den Weg in den East Harbour Regionalpark gemacht, einem Naturpark direkt neben Wellington. Dort habe ich eine mehrstündige Wanderung an der Küste entlang zu einem Leuchtturm gemacht und muss sagen, dass man sich an das Alleinsein schon gewöhnt, ich meine Eindrücke aber gerne geteilt hätte. Auf der anderen Seite hat das Wandern was meditatives und gerade mir schadet es mal nicht, mich ein wenig mit mir selbst zu beschäftigen…auch wenn es ziemlich anstrengend ist ;-)

Es ist beeindruckend, wie schnell man hier aus der Stadt herausfahren und in der Einsamkeit sein kann. Der Regionalpark grenzt unmittelbar an Wellington, 20 Minuten Autofahrt aus der Innenstadt, und ich bin an einem sonnig warmen Samstagnachmittag bei einer mehrstündigen Wanderung vielleicht 20 Menschen begegnet. In München unvorstellbar! Ich habe ich auf dem Weg mehrere wilde Ziegen und Schafe getroffen als Menschen! Diese Ruhe und Einsamkeit ist wirklich beeindruckend und erholsam!

Am Sonntag war ich nochmal an der Kapitocoast und bei den Freuden, die Christoph und ich vorher schon besucht haben. Und am Montag habe ich zu Fuß einige Stadteile von Wellington und den Botanischen Garten erkundet. Wellington ist eine sehr sehr schöne Stadt. Es gibt lauter hübsche Häuschen (habe mal ein paar fotografiert) und man hat eigentlich von jedem Stadtteil eine wunderbare Aussicht, da die Stadt in eine Hügellandschaft hineingebaut ist. Dafür ist ein Spaziergang aber auch verdammt anstrengend ;-) Das einzige was das Stadtbild empfindlich stört, ist die Gewohnheit, Stromleitungen oberirdisch zu verlegen…(vgl Foto) Insgesamt kann man sich hier aber wirklich wohlfühlen…

So langsam habe ich mich an das Alleinsein gewöhnt und es geht mir prima! (Auch wenn ich mein vertrautes Umfeld nach wie vor ganz arg vermisse!) Ich genieße die viele Freizeit und den Sommer, mein Englisch wird zunehmend besser und es macht mir sogar richtig Spaß! Ich lese viel, gehe häufig vor und/oder nach der Schule zum Kaffee-Trinken, genieße das unbeschwerte Leben und das Gefühl, die Zeit einfach verstreichen lassen zu können ohne was sinnvolles zu tun. Keine Verpflichtungen, alles freiwillig, nix Juristisches – herrlich! Mittlerweile unternehme ich nach der Schule auch viel mit zwei Mädels aus der Schweiz, die glücklicherweise englisch mit mir sprechen. Und ganz nebenbei werde ich noch ordentlich braun… :-P

Soooo, das war mal wieder ein Schwank aus meinem Leben!

Viele sonnige Grüße und bis bald!

 

Christoph

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