Abenteuer Farm (Taranaki)

Hallihallo,

meine Woche auf der Farm in Taranaki war eine tolle Erfahrung und das WWOOFen ist wirklich eine super Sache! Auch wenn ich – zugegeben – mal wieder ganz froh bin, mich nur nach mir selbst richten zu können :-)

Die Familie bei der ich war hat eigentlich elf Kinder, von denen aber „nur“ noch sieben Kinder zu Hause wohnen. Neben zwei anderen WWOOFern, die leider beide erst 20 waren, waren wir täglich zwölf Leute auf der Farm – da kommt keine Langeweile auf! Für diese Menge an Leuten hat das Familienleben aber prima funktioniert, jedes Kind hat seine eigenen Aufgaben im Haushalt und auf der Farm und alles wird gemacht, ohne mit der Wimper zu zucken – ich war beeindruckt.

Das Familienleben ist insgesamt sehr christlich geprägt, es wird vor jedem Essen gebetet und vor dem Frühstück und Abendessen aus der Bibel vorgelesen. Auch im Übrigen wird strikt nach der Bibel gelebt und die Kinder gehen nicht zur Schule, sondern werden zu Hause von ihrer Mutter unterrichtet. Ich fand das insgesamt ein wenig gewöhnungsbedürftig und stehe dem eher kritisch gegenüber, aber es war auch mal ganz interessant ein solches Erziehungsmodell kennenzulernen. Da die Farm wirklich abgeschieden liegt und die Kinder außer ihrer Familie und der Farm nichts haben und sehr isoliert aufwachsen, war ich erstaunt, dass sie alle trotzdem sehr gut sozialisiert sind. Zu diesem Erziehungsmodell gehört auch, dass regelmäßig verschiedene Leute aus verschiedenen Kulturen zu Gast sind, damit die Kinder das alles kennenlernen. Deswegen die WWOOFer.

Die Farm beschäftigt sich hauptsächlich damit, Kälber zu kaufen und sie wieder zu verkaufen sowie Kälber für andere Farmer solange auf dem eigenen land durchzufüttern, bis sie alt genug für die Milchwirtschaft sind und wieder an die farmer zurückgegeben werden. Die Arbeit auf der Farm war deswegen auch nicht sehr hart. Wir haben hauptsächlich Kälber von einer Weide auf die andere getrieben, die Weiden von bestimmten Pflanzen befreit, Kälber auf einer Versteigerung eingekauft, sortiert und wieder verkauft und alles was an Kleinigkeiten noch so auf einer Farm anfällt (Brennholz holen, Hecken schneiden, Beete umgraben…).

An den Nachmittagen und am Wochenende haben wir eigentlich nicht wirklich gearbeitet, dafür aber die Kinder und Tiere bespaßt. Wir haben die vielen Pferde und Ponies geritten, sämtliche spiele gespielt, waren Brombeeren pflücken und es gab 10 drei Wochen alte Hundewelpen (soooooooo süß)… Mit den beiden anderen WWOOFern war ich zweimal in New Plymouth, der nächstgrößeren Stadt und am Samstag haben wir gemeinsam mit den älterern Kindern den Vulkan Mt. Taranaki bestiegen. Das war mit Abstand die anspruchsvollste Wanderung, die ich jemals gemacht habe und ich hatte noch nie in meinem Leben einen solchen Muskelkater. Die letzten drei Tage hatte ich große Schwierigkeiten mich überhaupt von der Stelle zu bewegen. Der Berg ist über 2500 m hoch und man startet die Wanderung etwa bei 1000 m. Man muss über große Felsen und super steile Geröllfelder wandern – ich kann wirklich nicht sagen, ob hoch oder runter schlimmer war! Ich war jedenfalls nach acht Stunden strammen Laufens für die nächsten Tage fix und fertig und bin immer noch ein wenig traumatisiert! ;-)

Alles in allem hatte ich aber eine sehr schöne Zeit. Ich wurde sehr herzlich in die Familie aufgenommen und wie ein Familienmitglied behandelt. Die ganzen Tiere hätte ich am liebsten mitgenommen, insbesondere das Hofschaf „Milka“, die einem hinterhertrottet wie ein Hund – mindestens so süß wie die Welpen!

Gestern bin ich dann über den „Forgotten World Highway“ weitergefahren in die Mitte der Nordinsel. Der Name des Highway ist Programm: er führt einfach drei Stunden durch Nichts! Weideland wechselt sich ab mit Regenwald, kein Cafe, keine Tankstelle, gar nix!

Jetzt bin ich in einem Hostel in der Nähe des Tongariro Nationalparks und eigentlich will ich morgen eine weitere viertägige Wanderung starten, die durch das zentrale Vulkanplateau führt. Aber leider regnet es noch in Strömen und es soll morgen auch noch so bleiben. Mal sehen…wahrscheinlich muss ich da einfach mal durch, denn die Hütten sind gebucht und ich habe mich hier mit jemandem getroffen, der den Track mit mir wandert.

Ihr hört also erst wieder in ein paar Tagen von mir! Entschuldigt die ganzen unbeantworteten Emails, aber Internet ist hier teilweise Mangelware und ich bin auch ein bisschen zu schreibfaul ;-)

Bis bald,

Eure Jolla

Christoph

3 Comments

Anna

Schnucki-Jolli,

cool Dich auf dem Traktor zu sehen… Tolle Photos

Dicker Knutsch

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Erika

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Christoph

Endlich kann ich mir vorstellen, wie es dort auf der Farm aussah… und wie das Blumenboquet geworden ist ;)
Schöne Fotos! Was hast Du ein Glück mit dem Wetter!!

Muach

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