Von Napier übers East Cape in die Bay of Plenty

Hallo hallo!

Mir geht es prima! Bin vorgestern nach ein paar einsamen und nicht so aufregenden Tagen in der Bay of Plenty angekommen und besuche hier das ältere Eheppar das ich mal in einem Hostel kennengelernt haben. Dazu gleich, ich erzähle besser der Reihe nach.

Habe zuletzt – glaube ich – erzählt, dass ich mit Sandra bis nach Napier gefahren bin, ein wirklich nettes Städtchen an der Ostküste der Nordinsel. Wir haben dort zwei schöne Tage bei bestem Wetter verbracht und Stadt und Strände der Umgebung besichtigt – wahrscheinlich wird Euch langsam langweilig vor lauter Strandbildern…aber Strände gibt´s hier „leider“ überall ;-) Das Besondere an Napier ist, dass es (ich glaube) in den 30er Jahren durch ein Erdbeben komplett zerstört wurde und weitgehend im Art Deco Stil wiederaufgebaut wurde. Das ist ihnen ganz hübsch gelungen, wie ich finde. Leider fehlt unserer Kamera noch das Weitwinkelobjektiv, so dass ich nur ein paar einzelne Gebäude festhalten konnte. Sandra ist dann weiter in Richtung Süden gefahren und ich habe drei Tage bei einer Familie verbracht, die ich übers WWOOFen aufgegabelt habe. Das war leider ein Reinfall. Zwar hatten sie nicht wirklich viel Arbeit für mich, so dass ich größtenteils relaxen konnte, aber dafür war die Familie auch echt eigenartig. Es hat keiner so wirklich mit mir geredet, geschweige denn sich für mich interessiert und auch untereinander wurde nicht kommuniziert. Da gerade zu dieser Zeit das Wetter auch noch Schxxx war und mein Computer beschlossen hat ALLE W-Lan Netze in Napier zu ignorieren, war mir zugegeben ziemlich langweilig. Ich war also letzten Sonntag nicht traurig weiterzureisen…

Ich habe mir „zur Belohnung“ ein tolles Hostel in Opotiki direkt am Strand gebucht, etwa 350 km von Napier entfernt, und habe mich auf den Weg gemacht. Für diese Strecke braucht man hier etwa 5-6 Stunden. Leider haben sie – was ich zum Glück in letzter Sekunde noch gemerkt habe – wegen eines großen Erdrutsches den letzten Highway (für mehrere Wochen!) gesperrt. Das bedeutet in Neuseeland 250 km/etwa 4 Stunden (!) Umweg. So ein Mist! Da es schon Nachmittag war, blieb mir nichts anderes übrig, als die Fahrt auf zwei Tage aufzuteilen. Zum Glück habe ich in einem verschlafenen Örtchen ein ebenso tolles Hostel (von dem aus man schön die Bucht überblicken konnte) gefunden und habe nur die Nacht drauf in meinem eigentlich gebuchten Hostel in Opotiki verbracht. Die Fahrt war – wenn auch größtenteils entlang wunderschöner Küsten – ziemlich langweilig, da 9-10 Stunden alleine ohne funktionierendes Radio schon verdammt öde sein können. Die Hostels waren genauso verlassen, sodass ich mich weitere zwei Tage mit mir selbst unterhalten habe ;-)

So war ich verdammt froh, vorgestern endlich wieder unter Leute zu kommen. Das Ehepaar, bei dem ich zur Zeit wohne, bekümmert mich rührend! Ich werde bekocht, sie bestehen darauf meine Wäsche zu waschen und die Löcher meiner Hosen zu stopfen, ich habe ein riesiges Bett mit (mindestens) vier Decken und fünf Kissen, sie haben sämtliche Freunde mobilisiert, um mir Kiwiplantagen und Vogelreservate zu zeigen, und und und – womit habe ich das alles verdient?! ;-) Zugegeben, ein bisschen verrückt sind die beiden auch, sie haben nämlich acht (!) Chihuahua-Hunde und jeder einzelne wird wie ein volles Familienmitglied behandelt! Man kann sich nicht ins Wohnzimmer setzen, ohne sofort drei Hunde auf dem Schoß sitzen zu haben. Auf die Dauer auch etwas anstrengen…Darunter aber ein zuckersüßer Welpe, in den ich mittlerweile ein bisschen verliebt bin ;-)

Hier erstmal ein paar Bilder von Napier und meiner East Cape Tour. Bilder von der Bay of Plenty folgen in den nächsten Tagen.

Vilele Grüße,

Eure Jolla

Christoph

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